Bergbau Museum

jetzt mit Audio-Video im Museum

dazu auf Wunsch „Bergmannsessen“ Scherperessen aus der Holzmolle.
Termine für Gruppen jederzeit möglich.
Führungen jeden 1. und 3. Sonntag im Monat oder auf Anmeldung
unter 0178 726 3559 oder info@hof-guemmer.de

Das neue Bergbau-Museum. Schöner. Besser. Interessanter.

Auf deutlich größerer Ausstellungsfläche mehr Exponate / Reger Besucherstrom

LINDHORST. Gunter Ludewig, Ausstellungsleiter des vor rund vier Wochen neu eröffneten Bergbau – Museums im Dorfgemeinschaftszentrum Hof Gümmer, ist rundum zufrieden. Der Besucherandrang erfüllt alle Erwartungen und im neuen Museum steht mehr Ausstellungsfläche für mehr Exponate als vorher zur Verfügung. Kurzum: Für den Hobby – Historiker Ludewig ist „das neue Bergbau – Museum schöner, besser und interessanter“.

Gunter Ludewig. Bergbau Museum Lindhorst

Museen von der Art des Lindhorster Museums wollen Erinnerungen wach halten, wollen Eindrücke vermitteln von einer Zeit, die immer mehr in Vergessenheit gerät. Die im Museum gezeigten Exponate sind der Epoche zuzuordnen, als die Bergleute nach Lindhorst kamen. Vor rund siebzig Jahren war Lindhorst eine von Landwirtschaft geprägte Siedlung, industrielle Fertigung praktisch nicht vorhanden. Als im Georgschacht in Stadthagen die Kohlevorräte zur Neige gehen, verlagert sich der Ort der Kohlegewinnung immer mehr in Richtung Lüdersfeld und Auhagen. Dort finden viele Menschen Arbeit unter und über Tage und sie beziehen Wohnraum in Lindhorst. Als Folge verändert der Ort mit seinem bisher ländlich geprägten Leben sein Aussehen rasant. Wohnen 1939 lediglich 1000 Menschen in dem Dorf, hat sich 1950 die Zahl geradewegs verdoppelt. Im September 1958 sind  knapp 3000 Personen im Bergbau der Region beschäftigt, in Lindhorst leben jetzt über 4000 Menschen. Lindhorst hat sein Aussehen radikal verändert. Aus der bäuerlichen Siedlung von einst ist eine Gemeinde geworden, deren Bürger überwiegend in der Industrie beschäftigt sind. 

Kopfbedeckungen Schaumburger Bergleute

Kopfbedeckungen, so wie sie von den Bergleuten getragen wurden. 

Kopfbedeckungen Schaumburger Bergleute

Das Grubentelefon machte die Verständigung unter Tage möglich.

Kopfbedeckungen Schaumburger Bergleute

Die Ausstellung zeigt eine Reihe von Grubenlampen, die bei der Arbeit im Stollen Verwendung fanden.

Der Kultur- und Förderverein Schaumburger – Bergbau mit Sitz in Lindhorst hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an diese Zeit und diese Entwicklung wach zu halten. Dazu hatte der Verein in den neunziger Jahren die Bergbau – Museums – Stube in Vornhagen eröffnet, jetzt betreibt er das deutlich vergrößerte Bergbau – Museum in Lindhorsts Ortsmitte. Gunter Ludewig kann seine Exponate auf vier Ebenen auf einer Fläche von rund 120 Quadratmetern ausstellen, dazu verfügt der Verein über das gemütlich und bisher schon sehr gut besuchte Museumscafe „Zum Pferdestall“. Die Räumlichkeiten hat die Gemeinde an den Verein für zwanzig Jahre verpachtet, mit der Option auf weitere zwei Jahrzehnte. 
Die Fachwerkkonstruktion des Gebäudes mit den hölzernen Streben und Balken im Inneren stellt einen interessanten Gegensatz zu den industriell genutzten Gegenständen des Bergbaus dar, die in den hellen, geräumigen und hohen  Räumen gezeigt werden. Sehr zufrieden ist Ludewig mit der Lage in der Ortsmitte und in unmittelbarer Nähe zum Seniorenheim Hof Gümmer. Die Lage mitten in Lindhorst veranlasst viele Einwohner einfach mal vorbeizuschauen, so Ludewig, und so mancher, der auf eine Tasse Kaffee ins Museumscafe kommt, der schaut sich auch in den Räumen des Museums um. Zudem hat Ludewig die Feststellung gemacht, dass viele der Besucher des Seniorenheims eine Besichtigung des Museums mit ihrem Besuch verbinden. Seit der Öffnung vor vier Wochen haben sich obendrein schon zahlreiche Besuchergruppen von Ludewig durch die Ausstellung führen lassen – das Museum mit dem angeschlossenen Cafe entwickelt sich immer mehr zu einem Publikumsmagneten. 
Auf großes Interesse stößt der Stollennachbau, der deutlich größer und detailgenauer ist als in dem früheren Domizil in Vornhagen, und in dem mehr bergmännisches Gezäh (Werkzeug) im Original zu sehen ist, darunter eine mit Pressluft betriebene Bohrmaschine, ein Grubenwagen sowie etliche  Grubenlampen. Nicht fehlen dürfen natürlich die notwendigen Gegenstände, mit denen eine Explosion unter Tage herbeigeführt werden konnte. Etwas Besonderes für das kleine Museum ist zudem der Teil einer Waschkaue, die der Sammlung aus Obernkirchen zur Verfügung gestellt wurde.
Gunter Ludewig ist bemüht, den Besuchern immer wieder etwas Neues zu bieten. So veranstaltet er über das Jahr verteilte wechselnde Sonderausstellungen. Gegenwärtig ist eine der „Bergarbeiter Siedlung Lindhorst“ gewidmet. Für die nächste Zeit plant er Sonderschauen zu weiteren Lindhorster Themen. Dabei sollen der frühere Bahnhof und die Molkerei im Mittelpunkt stehen. Dafür sucht der Ausstellungsleiter aber noch zahlreiche Gegenstände, Dokumente und Fotos. Auch ist Ludewig an möglichst vielen Informationen zu diesen Lindhorster Themenbereichen interessiert. Wer Kontakt mit ihm aufnehmen möchte, kann dies über die Telefonnummer 05725/ 5243 (nach 18 Uhr) bewerkstelligen oder ihn im Museum aufsuchen. Das Museum ist täglich außer montags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Als Eintrittspreis ist angegeben: „Freiwillige Spende“. Für Kinder und Schulklassen ist der Eintritt frei. Werden Vorträge oder Gruppenführungen gewünscht, so wird ein Eintritt in Höhe von 2,50 Euro pro Person erhoben. Terminabsprachen sind unter der oben angegebenen Telefonnummer möglich. Foto: privat

Der Gümmersche Hof 1955

Im Original vorhanden: Teil einer Waschkaue.

Dampfziegelei Eli Philippsohn – Ottensen

Neben dem Schaumburger Bergbau und der Landwirtschaft beinhaltet die Ausstellung ein wichtiges Stück Industriegeschiche: Die Schaumburger Ziegelindustrie, ihre Entwicklung und Bedeutung. Ausgehend vom Rohstoff Lehm wird der Weg von der Handstrichziegelei von ca`1860 bis zur Maschinenpruduktion in den 1950er Jahren nachgezeichnet. Die Ausstellung gewährt seinen Besuchern an einem maßstabsgerechten Modell Einblicke in die Arbeits- und Produktionsabläufe einer Dampfziegelei. Gezeigt wird u.a. auch als Teilansicht der „Hofmannsche Ringofen“. Die Ausstellung enthält außerdem etliche Arbeitsgerätschaften, sowie Stellwände mit Fotos und Informationsmaterial.

Konzept und Projektaufbau:     Klaus Meyer

Klaus Meyer ist jeden 1.Sonntag von 14:00 bis 18:00 Uhr vor Ort.

Führungen und Vorträge auch nach Vereinbarung!!
Terminvereinbarungen: Reinhard Falke
Handy: 0178 726 3559
info@hof-guemmer.de

Schacht Beckedorf

Die Stollen und Schächte im Beckedorfer Revier

1878 – waren in und um Beckedorf einige Stollen in Betrieb. Zwischen Kobbensen u. Beckedorf wurden nach 446 m das Hauptflöz erreicht. 1911 – entstand der Tiefbauschacht I mit 157 m *Teufe. 1925 – kam Schacht II hinzu mit 233 m *Teufe. Über Tage wurden eine Waschkaue mit Nebengebäuden, Fördermaschinenhaus, Förderturm, Kühlturm u. Schmiede errichtet.
Zu sehen gibt es wieder Fotos, Bilder, Schichtbücher, Schachtmodell und vieles mehr in der „Bergbau-Museums-Stube“.
*Teufe = Tiefe

Schacht Beckedorf 1950

Obernkirchen

Brikettfabrik, Lietstollen, Bergfeste, Ziegelei Rösenheide

1905/06 wurde die Brikettfabrik in der Nähe des Lietstollen gebaut und 1907 fertig gestellt. Die Magerkohle, welche bis dahin zum Georgschacht transportiert und verkokt wurde, sollte nun zu Briketts verarbeitet werden.
Der Kohle wurde Pech aus der Kokerei zugesetzt und mit hohem Druck konnten nun verschieden große  Briketts daraus gepresst werden. Eine Sorte wurden „Die Eisenbahner“ genannt und wogen 3 kg, ein weiteres wog 1 ¼  kg. Das „Schaumburger Nesselblatt“ zierte paarweise als Firmenzeichen dieses Brikett!
Dies gibt uns den Anlass, verschiedene Exponate, wie Bilder, Fotos, Schichtbücher und vieles mehr, in der „Bergbau-Museums-Stube“ zu zeigen.

Brikettfabrik Obernkirchen

Schacht Auhagen

1953 wird mit dem Abteufen des Schachtes begonnen. Das Kohleflöz wird bei einer Teufe (Teufe – Tiefe) von 320 m erreicht. Über Tage wurden ein Förderturm und Fördermaschinenhaus erbaut. Förderturm und Fördermaschine stammen von Schacht IV der Barsinghäuser Schachtanlage, die 1957 geschlossen wurde. Weitere Gebäude wie Waschkaue, Kühlturm, Schmiede, sowie eine Ladestation mit Kehrrad für die Seilbahn zum Schacht Lüdersfeld entstanden. Mehrere Versuche nach der Schließung 1960 die ehemalige Schachtanlage als Industriegebiet zu nutzen sind bis heute gescheitert!

 

Schacht Auhagen

Stollen Düdinghausen

1944 wurde mit dem Auffahren des Stollens an der Südseite des Düdinghäuser Berges begonnen und 1946 in Betrieb genommen. Der Stollen wurde tonnlägig  (Schrägschacht oder geneigter Stollen) zu dem Kohleflöz in nördlicher Richtung vorgetrieben. Im Düdinghäuser Stollen herrschte vorwiegend eine steile Lagerung der Flöze vor, so dass die gewonnene Kohle ohne mechanische Hilfe auf Blechen in die Förderwagen rutschte. Die Anlage Düdinghausen Schacht Auhagen wurden unter Tage durch eine Wetterstrecke (Wetter –  Frische Luft) verbunden.
Nach der Schließung 1960 wurde das Stollenmundloch verfüllt. Die Anlage wurde keiner weiteren Nutzung zugeführt und ist nun verfallen!

Stollen Düdinghausen

Schacht Lüdersfeld

1950 – laufen die Planungen für eine neue und zu dieser Zeit modernste Schachtanlage im Raum Lüdersfeld an. Bei ca. 80 m Teufe wird unterbrochen, weil die finanziellen Mittel zur Weiterschließung erschöpft sind. 1952 – erreichte die Abteufmannschaft bei 527 m ein Kohleflöz von 90 cm Mächtigkeit. Bei den Bergleuten herrscht große Freude, sind doch die Sorgen um den Arbeitsplatz genommen. Die Anlagen Lüdersfeld und Beckedorf wurden unter Tage miteinander verbunden. Ein Bahnanschluss zum Bahnhof Stadthagen und eine Materialseilbahn zum Schacht Auhagen mit Verladestelle am Hafen Sachsenhagen wurden gebaut. Die Kohlen sollten mit Schiffen zum Kraftwerk nach Lahde transportiert werden.
1960 wurde der Schaumburger Steinkohlebergbau eingestellt!

 

Industrieansiedlung ab ca. 1968 in Lüdersfeld

Siedlung Lindhorst

1950 – laufen die Planungen für eine neue Bergmannssiedlung an. Zunächst sind 52 Wohnungen geplant. Die ersten Siedlungshäuser entstehen „Auf der Flöte“. Stallungen für die Bergmannskuh (Ziege) u. a.  Haustiere sollen die Eigenversorgung sichern. Es kommen erhebliche organisatorische und finanzielle Belastungen auf die Gemeinde Lindhorst zu. Den Ausbau und die „Niedersächsische Treuhandgesellschaft für Bergmannssiedlungen GmbH“. Es waren 661 Wohnungen geplant, die auf 1.000 erhöht werden sollten! Die einheimische Bevölkerung erhob zunächst Protest. 1951 wurde Lindhorst zum Aufbaugebiet erklärt. Im Wege von Landtausch konnte der Aufbauplan „West“ mit Ein – und Mehrfamilienhäusern begonnen werden. 1953 waren schon 243 Mietwohnungen bezugsfertig!

Luftbild der Bergarbeitersiedlung in Lindhorst 1960

Georgschacht Stadthagen

1899 wurden mit dem Abteufen des Georgschachtes bei Stadthagen begonnen.
1902 fand die Einweihung durch den Fürsten Georg zu Schaumburg-Lippe statt, nach ihm wurde auch der „Georgschacht“ benannt.
Dies gibt uns den Anlass, verschiedene Exponate von über Tage sowie Schachtprofile und Grubenrisse (Karte) von unter Tage, Bilder, Fotos, Schichtbücher, Stempelkarten und vieles mehr, in der „Bergbau-Museums-Stube“ zu zeigen.

 

Schacht Auhagen